Der "Präses" in der Kolpingsfamilie und im Kolpingwerk

Unser Präses beim der Bergmesse 2011 auf dem Rosenstein

Das Kolpingwerk versteht sich als "ein Verband von engagierten Christen" und als "Teil der katholischen Kirche". Es sieht sich in der Pflicht, "seine Mitglieder zu befähigen, sich als Christen in der Welt und damit in Ehe, Familie, Arbeitswelt, Freizeit, Kirche, Gesellschaft und Staat zu bewähren..." (Satzung des Kolpingwerkes Deutschland).

Diese Begleitung und Befähigung der Mitglieder und Verantwortlichen ist ein Kernstück des pastoralen Dienstes in der Kolpingsfamilie. Dieser Dienst hat deshalb eine zentrale und unverzichtbare Bedeutung. Er obliegt in der Regel dem Präses.

Das Amt des Präses gehört seit Adolph Kolping zur Struktur des Kolpingwerkes. Es ist grundsätzlich an das Weiheamt (Priester, Diakon) gebunden. Anfangs und über längere Zeit hinweg wurden die Gesellenvereine sogar vom Präses geleitet. Der Präses ist auch heute noch Mitglied des Vorstandes. Er ist primär, allerdings nicht ausschließlich, für die rein religiösen Angelegenheiten zuständig und trägt Mitverantwortung für alle Fragen, die die Arbeit des Vorstandes betreffen.

Adolph Kolping selbst hat dem Präsesamt unverwechselbare Konturen gegeben.Aus dem ganzheitlichen Verständnis seiner Präsestätigkeit (Priester, Seelsorger, Pädagoge, Sozialreformer, Publizist) hat er dem Dienst des Präses eine zutiefst integrierende Funktion zugewiesen. Präses sein ist nicht ein Bereich neben anderen Bereichen des verbandlichen Lebens, sondern ihm obliegt die Sorge um deren spirituellen und kirchlichen Verwurzelung und Vernetzung. Und so ist auch heute jeder Präses in Kolpingsfamilie und Kolpingwerk der Spiritualität des seligen Adolph Kolping, seinem Glaubens- und Lebensbeispiel und seinem sozialpolitischen Engagement verpflichtet.

Aus dieser Orientierung an Adolph Kolping, aus seinem Gottvertrauen, seiner Liebe zu Jesus Christus und der Kirche und seiner großen Nähe zu den Menschen, besonders zu denen in Not und am Rande der Gesellschaft lassen sich wichtige Merkmale für eine Kolping-Spiritualität ableiten. Zu ihnen gehören:

  • die lebendige Einheit von Glaube und sozialer Verantwortung
  • die bewusste Ausrichtung auf den Menschen in Arbeit und Ausbildung, in Ehe und Familie, in seinem sozialen, gesellschaftlichen und politischen Umfeld und vor allem auf junge Menschen in ihren konkreten Denk- und Lebenswelten
  • das soziale und gesellschaftspolitische Engagement
  • das Gefühl der Zusammengehörigkeit einer weltweiten Gemeinschaft
  • das Bewusstsein einer weltweiten Gebets- und Solidargemeinschaft
  • die ökumenische Dimension und Zusammenarbeit
  • das Verständnis als Weg-, Glaubens-, Bildungs- und Aktionsgemeinschaft

Im Leitbild des Kolpingwerkes heißt es zusammenfassend:

"Quelle unseres Engagements ist das geistlich- religiöse Leben. Es geschieht durch die persönliche Begegnung mit Jesus Christus und findet seinen Ausdruck im Gebet und in der tätigen Liebe, im Hören des Wortes Gottes und in der Feier der Sakramente."