Bericht von der Diözesanversammlung 2013

Salz und Pfeffer sein

Neuer Diözesanvorstand und Diözesanpräses im DV Rottenburg-Stuttgart gewählt

(DV R-S) Rund 130 Delegierte trafen sich zur zweitägigen Diözesanversammlung des Kolpingwerk Diözesanverbandes Rottenburg-Stuttgart im Bildungshaus Untermarchtal. Bei der Wahl des Diözesanvorstandes wurde der 43-jährige Priester Walter Humm mit großer Mehrheit zum neuen Diözesanpräses gewählt. Er war bis vor Kurzem Dekanatsjugendseelsorger im Dekanat Ehingen-Ulm und folgt im Kolpingwerk Diözesanverband auf Christoph M. Schmitz, der bereits im Vorjahr aufgrund neuer Aufgaben in der Priesterseelsorge verabschiedet worden war. In der ehrenamtlichen Verbandsleitung sowie in der Kommunikation mit den Kolpingfamilien möchte sich Walter Humm besonders verdient machen. „Ich möchte ein Bindeglied sein zwischen den verschiedenen Generationen – mit einem besonderen Blick auf die Familienarbeit im Verband“, erklärt Humm.

Bei den Diözesanvorstands-Wahlen wurde der 61-jährige Eugen Abler aus Bodnegg als Vorsitzender bestätigt, ebenso seine Stellvertreter Judith Durner (Neresheim) und Johannes Baum (Heidenheim). Maria Schönbrunn aus Neckarsulm und Robert Werner aus Giengen gehören ebenfalls eine weitere Amtszeit dem Diözesanvorstand an. Neu ins Gremium gewählt wurden Eberhard Vogt (Neckarsulm) und Andreas Glöggler (Eislingen). Der Geschäftsführer Robert Klima war bereits im Vorjahr zum Mitglied im Diözesanvorstand bestimmt worden. Darüber hinaus wurden Mitglieder für die Rechtsträgerversammlung des Kolpingwerks Diözesanverband Rottenburg-Stuttgart e.V. gewählt.
 

Anwalt für Familien

Auch politische Themen standen bei der Diözesanversammlung auf der Tagesordnung: Für eine Reduzierung der Mehrwertsteuer bei Produkten und Dienstleistungen für Kinder auf 7 Prozent setzt sich der Kolpingwerk Diözesanverband Rottenburg-Stuttgart – nach einstimmigem Votum der Delegierten – weiterhin ein. „Es entbehrt jeder Logik und es ist zutiefst ungerecht, dass zum Beispiel auf Schnittblumen, Trüffel, Wachteleier, Hotelübernachtungen, Rennpferde und Tierfutter der reduzierte Mehrwertsteuersatz in Höhe von 7 % zur Anwendung kommt, während Windeln, Kindersitze, Babykleidung und Schnuller mit 19 % Mehrwertsteuer belegt sind“, sagte Eugen Abler. Die Mitglieder hatten sich in der Vergangenheit bereits mehrfach für gerechtere Steuern für Familien eingesetzt und erneuern diese Forderung mit Blick auf die bevorstehenden Wahlen. Als abrufbares Angebot stellt der Diözesanverband seinen Mitgliedern zudem einen Fragebogen zur Verfügung, mit denen sie die Familienfreundlichkeit in ihren Heimatgemeinden überprüfen können. Dieser wurde bei der Diözesanversammlung vorgestellt.
 

Verbände in Kirche und Gesellschaft

Beim Studienteil der Versammlung zum Thema „Kolping bewegt Gemeinde!? Mit Aggiornamento und Dialog unterwegs in die Zukunft“ diskutierten die Delegierten über die Rolle der Verbände in Kirche und Gesellschaft. Ordinariatsrätin Dr. Gabriele Zinkl aus Regensburg und Gabriele Denner, Referentin im Bischöflichen Ordinariat, bestärkten die Kolpingmitglieder darin, „mitten in der Welt Kirche zu leben“ und sich an der Lebenswirklichkeit der Menschen zu orientieren. „Wir sollten das Salz und der Pfeffer in der Gemeinde sein“, hieß es aus einer Arbeitsgruppe, die sich mit den Anregungen der Referentinnen befasste.
 

Die Welt fairwandeln

Zum zweiten Mal schreibt der Kolpingwerk Diözesanverband Rottenburg-Stuttgart 2013 einen Kolpingsfamilienpreis aus, der unter dem Motto „Wir übernehmen Fairantwortung“ steht. Mit bewusst kritischem Konsum, klimaneutralen Ausflügen, energiesparenden Räumlichkeiten sowie Bildungsangeboten zum Thema können Kolpingsfamilien aus dem Diözesanverband punkten und einen Preis gewinnen.

Sichtlich zufrieden zeigte sich der Diözesanvorsitzende Eugen Abler im Anschluss an die Versammlung: „Im Studienteil wurden wir darin bestärkt, die Brückenfunktion der Verbände zwischen Kirche und Gesellschaft wahrzunehmen“, sagte er. „Wir setzen uns für wichtige Themen wie die Reduzierung der Mehrwertsteuer auf Produkte für Kinder ein, für familienfreundliche Kommunen und Nachhaltigkeit. Es ist wichtig, dass wir uns im Vorstand personell neu aufgestellt haben und durch neue Mitglieder gestärkt werden“, blickt Abler zuversichtlich in die Zukunft.

 

Kolpingwerk gratuliert dem neuen Papst

Kolpingwerk Deutschland gratuliert Papst Franziskus

Das Kolpingwerk Deutschland gratuliert Kardinal Jorge Mario Bergoglio, der als Papst Franziskus zukünftig an der Spitze der römisch-katholischen Kirche stehen wird. In einem Schreiben an den neuen Pontifex wünschen der Bundesvorsitzende Thomas Dörflinger, MdB und Bundespräses Josef Holtkotte dem bisherigen Erzbischof von Buenos Aires Gesundheit und Gottes Segen für seinen verantwortungsvollen Dienst an der Spitze der katholischen Kirche.

Das Kolpingwerk Deutschland wertet die Wahl von Kardinal Bergoglio als starkes Zeichen in die Weltkirche. Zum ersten Mal steht ein Lateinamerikaner an der Spitze der Kirche. „Die Annahme des Namens des Hl.  Franz von Assisi deutet auf Bescheidenheit und Demut. Das sind Eigenschaften, die der Kirche sowohl an der Spitze wie in der Breite gut tun“, heißt es in einer ersten Stellungnahme des katholischen Sozialverbandes mit mehr als 250.000 Mitgliedern.


Heinrich Wullhorst

Pressesprecher Kolpingwerk Deutschland

Stolz und Freude über die Würdigung

Kolpingwerk Deutschland dankt Bundespräsident Joachim Gauck

„Einen Höhepunkt in der Verbandsgeschichte des Kolpingwerkes Deutschland“. So nannte der Bundesvorsitzende des katholischen Sozialverbandes mit mehr als 250.000 Mitgliedern, Thomas Dörflinger MdB, den Besuch des Bundespräsidenten Joachim Gauck am 2. Februar 2013 in Köln. Der Bundespräsident hatte in seinem Festvortrag anlässlich der Kölner Gespräche im Kolpingjahr 2013 Adolph Kolping und sein Werk umfangreich gewürdigt. „Kolping war ein besonderer Mann, ein überzeugter Christ und ein großer Deutscher", betonte Joachim Gauck im Kölner Börsensaal. Der Begründer des Kolpingwerkes könne bis heute "aus Bequemlichkeiten und Selbstgenügsamkeiten aufrütteln und neue Orientierung geben". Auf sozial engagierte Menschen wie Adolph Kolping „kann die Christenheit mit Recht stolz sein“. Die Geborgenheit gebende Familie sei ein Hauptanliegen Kolpings gewesen, betonte Joachim Gauck.  Während andere zur gleichen Zeit den Klassenkampf propagiert hätten, habe sich Kolping nicht in der großen Vision eines diesseitigen Heils verloren und den Kontakt zur Wirklichkeit nicht aufgegeben.

„Die Worte des Bundespräsidenten erfüllen uns mit Stolz, großer Freude und Dankbarkeit. Kolping ist eine Geschichte mit Zukunft“, betonte Dörflinger. Das zeige sich auch im bereits seit mehr als 160 Jahren andauernden alltäglichen Engagement des Verbandes mit und für junge Menschen. Die aktuelle Bedeutung für Adolph Kolping in der heutigen Zeit habe auch Bundespräsident Gauck betont, als er sagte: „Die Erinnerung an ihn ist kein Gang durchs Museum.“ Kolping sei hochaktuell, da er zum sozialen Engagement aufrufe. "Die fundamentale Überzeugung, die Kolpings Handeln geprägt hat und bis heute aktuell macht, lautet: Der junge Mensch kann und muss befähigt werden, selbstständig und selbsttätig zu werden."

Im Kolpingjahr 2013 will das Kolpingwerk auf Anlass des 200. Geburtstages seines Verbandsgründers auf das Wirken des Verbandes in seinen Handlungsfeldern Junge Menschen, Arbeitswelt, Familie und Eine Welt hinweisen. Bei einem bundesweiten Aktionstag in der Zeit vom 3. bis 5. Mai 2013 sollen sich die mehr als 2.600 Kolpingsfamilien als „Sozialverband vor Ort“ präsentieren. Weiterer Höhepunkt des Kolpingjahres 2013  wird das Musical „Kolpings Traum“ sein, das vom 2. August bis 11. August 2013 im Schlosstheater Fulda und vom 15. August bis 1. September 2013 in der Oper Wuppertal zur Aufführung kommt. Abgerundet wird das Festjahr mit  bundesweiten dezentralen Geburtstagspartys am 8. Dezember 2013, dem Geburtstag Adolph Kolpings.  

Heinrich Wullhorst

Pressesprecher Kolpingwerk Deutschland

 

Die Arbeit muß dem Menschen dienen

Kolpingwerk Deutschland widerspricht Arbeitgeberpräsident Hundt

„Die Ökonomisierung aller Lebensbereiche und die Entsolidarisierung, das scheint die Politik zu sein, die Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt sich für unser Land wünscht. Eine solche Politik ist aber schädlich und führt dazu, das Prinzip des Gemeinwohls aus den Augen zu verlieren, wonach der Nutzen für die gesamte Gesellschaft bei Entscheidungen Vorrang haben müsse vor der Befriedigung von Einzelinteressen.“ Mit diesen Worten kritisierte der Bundesvorsitzende des Kolpingwerkes Deutschland, Thomas Dörflinger MdB, die jüngsten Einschätzungen des Arbeitgeberpräsidenten zu den Beschlüssen der Bundesregierung zum Betreuungsgeld und zum Wegfall der Praxisgebühr.
Hundt hatte der Bundesregierung vorgeworfen, sie habe seine Hoffnung, dass die Koalition die Rahmenbedingungen für Wirtschaft und Arbeit weiter verbessert, enttäuscht.

„Aber genau darum darf es nicht nur gehen“, entgegnet Dörflinger. „Nicht der Mensch muss der Arbeit dienen, sondern die Arbeit dem Menschen. Auch dieser wertvolle Grundsatz der katholischen Soziallehre findet heutzutage im politischen Alltag leider viel zu selten Anwendung.“ Die Bundesregierung sei nicht dazu da, ausschließlich die Bedürfnisse der Wirtschaft zu befriedigen sondern den Menschen im Mittelpunkt allen Handelns zu sehen. „Dass es dabei auch gelegentlich Kompromisse geben muss, liegt auf der Hand. Diese dürfen aber nicht immer zu Lasten der Arbeitnehmer gehen und den Arbeitgeber aus seiner solidarischen Verantwortung entlassen“, ergänzt der Kolping-Bundesvorsitzende.    

Der Drang nach Endsolidarisierung zeige sich auch in der Bewertung der Abschaffung der Praxisgebühr durch Hundt. „Statt hier die in diesem schwachen Steuerungselement überbordende Bürokratisierung zu geißeln, gegen die sich die Arbeitgeberverbände zu Recht immer wieder wenden, kritisiert der Arbeitgeberpräsident die Entscheidung der Bundesregierung. Dahinter steckt natürlich System“, meint Dörflinger. Hundt fordere nämlich stattdessen eine Senkung der Beiträge zur Krankenversicherung. Durch diese liege die Entlastung nicht wie jetzt komplett beim Arbeitnehmer, sondern komme auch den Arbeitgebern zu Gute.

Heinrich Wullhorst

Pressesprecher Kolpingwerk Deutschland

 

Das "Ja" zum Kind fördern

Kolpingwerk Deutschland fordert mehr Unterstützung für Familien

„Es ist erfreulich, dass die Unionsfraktion im Deutschen Bundestag nun deutlich die Verbesserung der Rahmenbedingungen für Familien einfordert“, erklärt Markus Lange. Er ist stellvertretender Bundesvorsitzender des Kolpingwerkes Deutschland und leitet den Bundesfachausschuss „Ehe, Familie, Lebenswege“ des katholischen Sozialverbandes mit mehr als 250.000 Mitgliedern.

Die familienpolitische Sprecherin der Unionsfraktion, Dorothee Bär, hatte zuletzt mehr Mut zum Kind, Vorbilder und neben der finanziellen Unterstützung die Bereitstellung qualitativ hochwertiger Betreuungsplätze und eine familienbewusste Arbeitswelt gefordert. „Aufgabe des Staates ist es, Frauen und Männer in ihrem ‚Ja‘ zum Kind zu unterstützen und zu ermutigen“, stellt Lange fest.

Lange verweist auf die zahlreichen Familienkreise in den Kolpingsfamilien vor Ort, die dazu beitragen, dass Ehe und Familie gemeinsam gelebt werden können. „Die Familie sehen wir als den Grundbaustein der Gesellschaft an. Sie ist zugleich ein wichtiger Lernort des Glaubens, der Wertevermittlung, der Kultur und der Solidarität“, betont Lange.

„Wir stellen fest, dass es auch in der jungen Generation eine tiefe Sehnsucht nach Ehe und Familie und nach einem Leben mit Kindern gibt. Um dieses zu ermöglichen, bedarf es einer gerechten Familienförderung, „die gesellschaftliche, soziale und finanzielle Rahmenbedingungen schafft, damit Leben mit Kindern besser gelingen kann“.

Darüber hinaus müsse sich die Politik gegen die zunehmende Ökonomisierung von Familie zur Wehr setzen und die fatale Verkürzung von Familienpolitik auf wirtschaftspolitische Fragestellungen auf den Prüfstand stellen. „Das ‚Ja’ zum Kind muss für betreuende Mütter und Väter bedingungslos möglich sein, ohne die Verknüpfung einer möglichst raschen Rückkehr in die Erwerbsarbeit. Vielmehr muss die Politik den Familien Rahmenbedingungen für eine echte Wahlfreiheit schaffen“, ergänzt Lange.

„Wenn nur noch 45 Prozent der kinderlosen Deutschen glauben, dass ihr Leben mit Kindern glücklicher wäre, dann fehlt unserer Gesellschaft der Mut zur Zukunft. Deshalb liegt es in unser aller Interesse, den Menschen zu vermitteln, wie bereichernd ein Leben mit Kindern ist“, betont Lange.

Heinrich Wullhorst

Pressesprecher Kolpingwerk Deutschland