Vorwort zum II. Quartal 2019

 

Liebe Mitglieder und Freunde der Kolpingsfamilie,

 die 16-jährige Schwedin Greta Thunberg bestreikt seit Monaten freitags die Schule, um für echten Klimaschutz zu kämpfen. Inzwischen haben sich ihr weltweit Tausende Schülerinnen und Schüler angeschlossen und demonstrieren unter dem Motto „Fridays for Future“ vor den Parlamenten, statt in die Schule zu gehen. Die Schülerinnen und Schüler haben erkannt, dass der Klimawandel längst eine reale Bedrohung für ihre Zukunft ist: „Wir werden die Leidtragenden des Klimawandels sein. Gleichzeitig sind wir die letzte Generation, die einen katastrophalen Klimawandel noch verhindern kann.“

 Mich erinnert das irgendwie an Adolph Kolping. Auch er hatte vor rund 170 Jahren die Missstände seiner Zeit erkannt und wollte nicht tatenlos zusehen. Er hatte Visionen und Ziele vor Augen. Auch er hat alleine angefangen und darauf gehofft, dass er durch sein Vorbild andere motivieren und begeistern kann. Und auch er ist sicherlich wie Greta Thunberg zunächst belächelt worden. Was will er denn? Warum muss er sich denn um die Handwerksgesellen kümmern? Warum kritisiert er den gesellschaftlichen Wandel mit all seinen Auswirkungen? Soll er sich doch um seine originären pastoralen Aufgaben als Priester kümmern …!

 Adolph Kolping und Greta Thunberg verfolgten bzw. verfolgen zwar ganz unterschiedliche Ziele. Aber doch haben sie eines gemeinsam: Sie ärgerten/ärgern sich nicht nur über die Zustände ihrer Zeit, sondern sie schritten/schreiten zur Tat. Und beide ohne große Worte. Schon Kolping hatte erkannt: „Schön reden tut's nicht, die Tat ziert den Mann“, denn: „Weder geschriebene noch gedruckte Reden bessern Menschen und Zustände.“

 Was heißt das für uns und die Kolpingsfamilie? Tun! Beispiel geben! Andere ansprechen und für die Sache begeistern!

 Herzliche Grüße

 Martin Joklitschke

 

 

 

Vorsitzender

Martin Joklitschke

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Mail: joklitschke(at)web.de