Vorwort zum IV. Quartal 2022

Liebe Mitglieder und Freunde der Kolpingsfamilie,

es ist immer wieder erstaunlich, was manche Umfragen so zu-tage fördern. Die Hamburger Stiftung für Zukunftsfragen hat in ihrem im September veröffentlichten „Freizeitmonitor 2022“ festgestellt, dass das Surfen im Internet die beliebteste Frei-zeitbeschäftigung der Deutschen bleibt, gefolgt von Fernsehen, der Nutzung von PC, Laptop oder Tablet sowie dem Hören von Musik. Die Stiftung untersucht seit 1982 das Freizeitverhalten der Deutschen. Aktivitäten wie Zeitung lesen (vor 40 Jahren auf Platz eins), etwas mit Freunden unternehmen (damals auf Platz zwei) oder ein Buch lesen werden heute nur noch von ei-ner Minderheit regelmäßig ausgeübt. – Das alles ist jetzt wenig überraschend. Was mich aber dann doch aufgeschreckt hat, ist die Tatsache, dass laut der Umfrage Freizeit zunehmend in den eigenen vier Wänden stattfindet.

Was heißt das denn für die Kolpingsfamilie? Wie können bzw. sollen wir zukünftig als Kolpingsfamilie denn unser „Familien“-Leben gestalten? Darüber gibt die erwähnte Umfrage natürlich keine Auskunft. Hier sind vielmehr unsere eigenen Ideen und Kreativität gefragt.

Ich glaube, dass es im Grunde doch darum geht, den Wert von Gemeinschaft zu erkennen und den Mut aufzubringen, die Möglichkeiten der Mitgestaltung zu nutzen. Der Familienkreis testet das z. B. gerade mit einer „digitalen Pinnwand“, auf der jeder seine Ideen und Vorschläge eintragen kann. Wir sollten keinesfalls zu denen gehören, die sich zur Freizeitgestaltung nicht mehr aus dem Haus bemühen, sondern die die Freude an der Gemeinschaft suchen.

Und was meint Adolph Kolping dazu?

„Gott hat die Welt nicht für einen, sondern für viele Menschen geschaffen, die in Gemeinschaft miteinander leben sollen. Al-lein kann der einzelne Mensch für die Bedürfnisse seines Le-bens nicht sorgen, er hat fremde Hilfe notwendig und muss da-rum seinesgleichen suchen.“

Das gilt nicht nur für die notwendige Unterstützung beispiels-weise von Kindern, Kranken und Pflegebedürftigen, sondern auch für das tägliche Leben. Wie könnten wir sonst die aktuel-len Krisen meistern?

Holger Zaborowski, Professor für Philosophie an der Theologi-schen Fakultät der Universität Erfurt, drückt es folgenderma-ßen aus (nachzulesen im aktuellen Kolpingmagazin):

„Wir sind von Anfang an auf andere Menschen bezogen und existieren in Gemeinschaft. Wir leben nicht nur voneinander, sondern füreinander.“

Daher mein Appell, die Angebote im letzten Jahresviertel wahr-zunehmen: ein Besuch auf der Kolpinghütte (bis einschließlich 30.10.) oder die beiden Gedenktage (Totengedenken – zu-gleich Jahrestag der Seligsprechung Adolph Kolpings am 27.10. und Kolpinggedenktag am 27.11.).

Und darüber hinaus: Seit 133 Jahren ist die Kolpingsfamilie Teil der katholischen Kirchengemeinden Aalens, die in diesem Jahr ihr 150-jähriges Jubiläum feiern. Auch hier sind wir einge-laden, uns am Jubiläumsprogramm zu beteiligen.

Herzliche Grüße

Martin Joklitschke

Vorsitzender

Martin Joklitschke

Tel.: 07361/45710
Mail: joklitschke(at)web.de