Geistlicher Impuls

Emmaus

Ihr kennt sie alle, die Emmausgeschichte. 2 Jünger sind unterwegs und unterhalten sich über die Ereignisse der letzten Tage, also das Abendmahl, den Verrat, das Leiden Christi und seinen Tod. Sie verstehen nicht, wie das passieren konnte. Sie hatten so große Hoffnungen. Und jetzt – alles zerschlagen. Wie soll es jetzt weitergehen? Was sollen sie jetzt tun? Zurück in das „alte“ Leben, bevor sie mit Jesus unterwegs waren? Das geht irgendwie nicht. Man kann nicht so einfach an Vergangenes anknüpfen. Das haben wir alle nach dem Corona-Lock-down erlebt. Da kommt einer dazu und sie kommen ins Gespräch. Die beiden Jünger erzählen, was Sie erlebt haben und der Dazugekommene legt eine „Sicht-von-außen“ dazu. Er hat einen anderen Blickwinkel. Und dann, beim gemeinsamen Mahl geschieht Auferstehung für die beiden Jünger. Sie sehen die Ereignisse plötzlich selber in einem anderen Licht und es macht sich eine neue Hoffnung breit.

Damals, ja, da hat das so „funktioniert“. Und was ist heute? Und was ist mit unseren Erfahrungen und unserem Leben? Ich denke, das kann auch heute noch so „funktionieren“. Eine Hoffnung wird zerschlagen. Wir denken, alles sei aus und wissen nicht wohin unser Weg weiterführen könnte. Doch dann kommt jemand und zeigt einen anderen Weg auf. Rückt unsere Prioritätenliste zurecht oder zeigt Mitgefühl, in dem wir uns aufgehoben fühlen. Und eine neue Hoffnung tut sich auf. Das ist auch Auferstehung.

Das kann wahr werden, wenn wir uns anderen zumuten mit dem was wir sind, was uns umtreibt, was uns bewegt und belastet. Wenn wir miteinander ins Gespräch kommen über unsere Hoffnungen und unseren Glauben. Wenn wir Anteil nehmen und mitfühlend sinds und unseren eigenen Blickwinkel und unsere eigenen Erfahrungen mit ins Gespräch bringen.

Schön, wenn wir immer wieder unterwegs sind nach Emmaus, um miteinander ins Gespräch zu kommen; um uns unserer Hoffnung und unseres Glaubens zu vergewissern.

Ich wünsche euch allen eine „emmausreiche“ Osterzeit.

Karin Fritscher